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Woher der Name kommt
Eine Bühnenhandpuppe wird geführt, indem die Hand von unten hineinkommt, so wie man eine Kasperlepuppe führt. Der Arm steht dabei senkrecht unter der Figur. Auf einer Puppenbühne bleibt er unter der Spielleiste verborgen, und die Figur lässt sich darüber heben. Das Publikum sieht dann die Figur, nicht den Spieler. Von dieser Bühne hat die Bauart ihren Namen.
Geführt wird mit einer Hand, bei der großen Bauart ebenso wie bei der kleinen. Die zweite Hand bleibt frei: für ein Requisit oder eine zweite Figur, die antwortet. So bringt auch eine einzelne Person einen ganzen Dialog zustande.
Ohne Bühne genauso zu Hause
Eine Puppenbühne ist keine Voraussetzung. Wer ohne Bühne spielt, muss deshalb keine andere Figur wählen, und wer sich später eine Puppenbühne anschafft, hat die passenden Figuren bereits im Schrank.
Der Unterschied liegt in der Situation: Hinter der Bühne steht die Figur für sich, im Sitzkreis wendet sie sich einem einzelnen Kind zu. Beides kann dieselbe Figur.
Zwei Bauarten
In dieser Kategorie stehen zwei Bauarten, eine große und eine kleine. Die kleine ist eigens für Kinderhände konstruiert und deshalb keine bloße Verkleinerung: Kleine Hände greifen darin sicherer. Die große führen Kinder ebenso, nur reicht die Figur ihnen weiter den Unterarm hinauf.
Im Artikelnamen steht, welche Bauart gemeint ist: Die kleine ist dort als kleine Ausführung gekennzeichnet.
Wonach Sie auswählen
Wessen Hand spielt?
Spielt vor allem ein kleines Kind, ist die kleine Bauart die sichere Wahl. Die große führen Erwachsene wie Kinder. Häufig lohnen sich beide nebeneinander: Der Erwachsene übernimmt die Hauptrolle, das Kind antwortet mit der eigenen Figur.
Was soll die Figur können?
Die Bespielbarkeit ist von Figur zu Figur verschieden. Achten Sie deshalb beim einzelnen Artikel darauf, was er kann:
- Ein bespielbares Maul – bei vielen Tierfiguren. Den Sprechrhythmus geben Sie mit der Hand vor, und das trägt schon ein Gespräch.
- Ein bespielbarer Schnabel – bei manchen Vogelfiguren; oft ist er die auffälligste Bewegung, die der Vogel hat.
- Bespielbare Vorderbeine – bei manchen Figuren, für Gesten: zeigen, greifen, etwas wegschieben.
- Besonderheiten – bei einzelnen Figuren, etwa beim Elefanten, dessen Rüssel sich über einen Gummizug bewegen lässt, oder beim Schuhschnabel, der mit dem Schnabel klappert.
Eine Figur oder ein Ensemble?
Für den Anfang genügt eine Figur, die viel spricht. Sobald zwei Rollen aufeinandertreffen, braucht es eine zweite. Bewährt hat sich ein Gegensatzpaar: eine Figur, die etwas vorhat, und eine, die es durchschaut. Weitere Figuren kommen dazu, sobald eine neue Geschichte sie verlangt.
Für welches Publikum?
Wer regelmäßig hinter einer Bühne spielt, besetzt anders: Dort muss die Rolle klar sein, sobald die Figur auftaucht. Ein Krokodil bringt Gefahr mit, ein Kaninchen Unschuld, ein Löwe Autorität, und das steht fest, bevor das erste Wort fällt. Wer im Sitzkreis oder am Bett spielt, wählt eher nach dem Tier, das die Kinder am liebsten mögen, und danach, wie lange sich die Figur bequem halten lässt.
Wo die Figuren zum Einsatz kommen
Im Morgenkreis der Kita übernimmt eine Figur die Begrüßung; sobald sie erscheint, wird die Gruppe oft schon ruhig. In der Schule treten die Figuren bei Aufführungen auf, und auf der Puppenbühne in Kita oder Kinderzimmer übernehmen sie die Rollen eines Stücks.
In Therapie und Pflege ist die Handpuppe ein Gegenüber, das Nähe erlaubt, ohne zu bedrängen. Der Blick geht zur Figur statt zur Fachkraft, und oft wird dabei manches gesagt, was sonst ungesagt bliebe. In der Bibliothek sitzt sie auf der Hand der Vorleserin und hört mit; Kinder schauen oft zuerst zu ihr und lassen sich erst dann auf die Geschichte ein.