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Klein genug, um immer dabei zu sein
Eine Fingerpuppe von Folkmanis ist eine kleine, ausgeformte Figur mit einem Hohlraum für einen Finger. Einige nehmen mehrere Finger auf, bei anderen hält ein Magnet den Schwanz am Handgelenk. Die meisten sind so klein, dass eine ganze Besetzung in eine Hosentasche passt. Schnauze oder Schnabel, Fellzeichnung, Gefieder und Panzer sind dabei so gearbeitet, dass ein Kind sofort erkennt, welches Tier es vor sich hat.
Bei einem Teil der Fingerpuppen lässt sich auch etwas an der Figur selbst bespielen: der Kopf, der Schwanz oder die Vorderbeine. Bei wenigen klappt das Maul auf, einzelne ziehen sich ganz zurück, manche können mehreres zugleich. Die übrigen leben von ihrer Form, und das genügt, weil der Finger die Bewegung übernimmt.
Neben den Tieren gibt es auch Fabelwesen, etwa Drachen und Einhörner. Gearbeitet wird eine Fingerpuppe wie die großen Handpuppen: aus mehreren Stoffteilen zusammengesetzt und mit plastisch gearbeitetem Gesicht.
Was das kleine Format möglich macht
- Sie ist immer dabei. Eine Fingerpuppe braucht keinen eigenen Platz.
- Mehrere gleichzeitig. Eine Hand trägt genug Figuren für ein Gespräch, zwei Hände ein ganzes Ensemble.
- Kein Aufbau. Die Geschichte beginnt dort, wo gerade jemand sitzt.
- Ins Sprechen kommt man leichter. Wer sich vor anderen nicht zu sprechen traut, redet oft doch, sobald die kleine Figur das Reden übernimmt.
- Für jedes Kind eine. In einer Gruppe hält jedes Kind seine eigene Figur, statt zu warten, bis die eine gemeinsame bei ihm ankommt.
Kaufberatung für die Zusammenstellung
Eine Figur oder eine Ausstattung für die ganze Gruppe?
Zu Hause oder fürs Wartezimmer genügt meist eine einzige Figur; sie wird dann zu der einen, die immer wieder hervorgeholt wird. Wer eine ganze Gruppe ausstatten will, rechnet anders: so viele Figuren, wie Kinder im Kreis sitzen. Wählen Sie dafür klar unterscheidbare Tiere, dann weiß jedes Kind sofort, welche Figur seine ist.
Welche Figuren sprechen miteinander?
Eine Besetzung wird interessant, wenn die Figuren einander möglichst unähnlich sind. Ein mächtiges Tier neben einem winzigen, Jäger und Gejagter, laut und leise: Aus solchen Paaren ergibt sich der erste Konflikt von selbst.
Wie sitzt die Figur auf dem Finger?
Wie weit eine Figur innen ist, unterscheidet sich von Figur zu Figur und lässt sich von außen kaum erkennen. Ein weiter Hohlraum sitzt gut auf einem Erwachsenenfinger, von einem schmalen Kinderfinger rutscht er leichter ab. Für kleine Kinder, und überall dort, wo die Feinmotorik noch nicht oder nicht mehr sicher ist, sind Figuren mit breitem Körper oft angenehmer, denn sie lassen sich auch in der ganzen Hand halten, statt auf einem Finger balanciert zu werden.
Sprechen, üben oder einfach dabei sein?
Soll die Figur sprechen, übernimmt der Finger die Bewegung dazu: Die Figur nickt, wendet sich ab, kommt näher – und die Gruppe sieht, wer gerade spricht. Ein bespielbares Maul haben nur einzelne Figuren. Beim Zeigen, Zählen und Benennen kommt es auf die Bespielbarkeit ohnehin kaum an. Und wenn eine Figur nur da sein soll, während ein Kind erzählt, zählt vor allem, wie gut sie auf dem Finger sitzt.
Fingerpuppen im Unterricht, in der Therapie und unterwegs
In der Sprachförderung und im Deutschunterricht für Kinder, die die Sprache neu lernen, sagt die Figur, was sich ein Kind selbst noch nicht zu sagen traut. Wortschatz, Präpositionen und kurze Dialoge lassen sich mit zwei Figuren auf einer Hand durchspielen, und niemand muss dafür nach vorne treten.
Logopädinnen lassen Kinder Silben und Laute an einer kleinen Figur üben; viele Kinder sprechen der Figur leichter nach als einer erwachsenen Person. Grundschulklassen tragen mit Fingerpuppen Fingerspiele und erste Lesetexte vor. Unterwegs, im Zug oder im Auto, und im Wartezimmer vertreiben die Figuren die Zeit.
Auch die Seniorenbetreuung und die Demenzbegleitung setzen sie ein: als Gesprächsanlass, der niemandem etwas abverlangt. Die Figur lässt sich jederzeit wieder ablegen.