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Wo die Hand hineinkommt
Gebaut ist jede Figur um die Hand herum, und zwar so, dass die Gestalt des Tieres erhalten bleibt. Wo die Hand hineinkommt, ist deshalb von Figur zu Figur verschieden. Innen erreicht die Hand alles, was sich bespielen lässt.
Daran entscheidet sich, was die Figur später erzählen kann: ob sie spricht, ob sie greifen und zeigen kann, ob sie den Kopf hebt. Festgelegt ist das schon im Entwurf.
Was sich bespielen lässt
Viele Figuren haben ein bespielbares Maul, manche Vögel einen bespielbaren Schnabel. Welche Teile sich bespielen lassen, ist je Figur verschieden, und viele können mehreres zugleich:
- Bespielbares Maul – die Figur spricht, frisst, gähnt, lacht.
- Bespielbare Vorderbeine oder Arme – die Figur greift, winkt, hält etwas fest oder hält sich die Augen zu. Bei Affen, bei Raubsauriern wie dem T-Rex, bei manchen Drachen und bei menschenähnlichen Figuren sind es Arme.
- Bespielbarer Kopf – Nicken, Neigen, Wegdrehen. Bei langhalsigen Tieren wirkt schon diese eine Bewegung.
- Flügel, Schnabel, Schwanz – Flügel breiten sich aus, Schnäbel klappen auf, Schwänze schlagen. Flügel haben auch Drachen und Flughunde.
- Alle Beine – bei einzelnen Figuren lassen sich sämtliche Beine führen; die Figur kann laufen, sich hinsetzen und wieder aufstehen.
- Verstecken – Figuren, die sich in einen Panzer, ein Schneckenhaus oder ein anderes Versteck zurückziehen und wieder auftauchen.
- Besonderheiten – eine herausschnellende Zunge, Augen, die sich bewegen oder blinzeln, bespielbare Vorderflossen, eingebaute Geräusche.
Verwandte Bauarten
Neben der klassischen Handpuppe finden Sie hier zwei weitere Bauarten:
- Handschuhhandpuppen sitzen wie ein Handschuh auf der Hand. Die Finger steuern dabei einzelne Gliedmaßen der Figur, sodass sich mehrere Bewegungen zugleich führen lassen.
- Wendepuppen geben über Reißverschlüsse die nächste Entwicklungsstufe frei: Eine Stufe wird in die nächste gestülpt, etwa von der Raupe über die Puppe zum Falter. Eine Verwandlungsgeschichte braucht so nur eine Figur.
Kaufberatung: vier Fragen vor der Entscheidung
Was soll die Figur können?
Für Dialoge, Vorlesen und Rollenspiel ist das bespielbare Maul das Wichtigste: Seine Bewegung zeigt der Runde, welche Figur gerade redet. Soll die Figur etwas festhalten, zeigen oder jemanden trösten, brauchen Sie bespielbare Vorderbeine oder Arme. Für Momente ohne Worte, etwa Neugier, Schreck oder Zustimmung, reicht ein bespielbarer Kopf.
Wer kann die Figur führen?
Die meisten Figuren lassen sich von Kindern ebenso führen wie von Erwachsenen. Wie viel Platz die Hand innen findet, hängt von der Gestalt des Tieres oder der Fantasiefigur ab und lässt sich von außen schwer schätzen. Zu einer bestimmten Figur beraten wir Sie gern.
In welcher Runde wird gespielt?
Am Bett oder am Tisch spielt die Sichtbarkeit kaum eine Rolle; hier zählt vor allem, welches Tier gefällt. Im Morgenkreis oder in einer Therapiestunde mit mehreren Teilnehmern kommt es darauf an, dass die Bewegung von allen Plätzen aus zu sehen ist. Ein bespielbares Maul zeigt dabei am deutlichsten, wer gerade spricht.
Eine Figur oder zwei?
Eine einzelne Handpuppe wird schnell zur festen Rolle mit Namen, Stimme und Eigenart. Sobald es um Streit oder Aushandeln geht, braucht die Szene eine zweite Figur. Am besten ergänzen sich zwei Figuren, die sich verschieden bespielen lassen: eine mit bespielbarem Maul, die spricht, und eine mit bespielbarem Kopf, die zuhört und nickt.
Wo Handpuppen im Alltag gebraucht werden
In Krippe und Kita übernimmt eine Handpuppe oft, was Erwachsenen in eigener Rolle schwerfällt. Sie erinnert an Regeln, ohne zu ermahnen, und fragt nach, ohne zu prüfen. In der Grundschule liefert sie Erzählanlässe, und ein Streit lässt sich mit zwei Figuren nachstellen, ohne dass ihn jemand austragen muss.
In Logopädie und Ergotherapie ist die Figur ein Gegenüber, dem ein Kind oft eher antwortet als einem Erwachsenen. In der Seniorenbetreuung öffnet ein vertrautes Tier wie Katze, Hund oder Vogel oft das Gespräch. Und zu Hause leiht eine Handpuppe der Gutenachtgeschichte ihre Stimme.
Wie sich das Programm entwickelt
Zweimal im Jahr stellt Folkmanis neue Figuren vor, ältere laufen mit der Zeit aus. Die Bauarten und die Möglichkeiten zum Bespielen bleiben dabei dieselben, es wechseln nur die einzelnen Figuren.